Jedem Kind gerecht werden
Gestern hat der Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen den Leitantrag „Jedem Kind gerecht werden – schulpolitisches Konzept der CDU Nordrhein-Westfalen“ zum 33. Landesparteitag am 12. März in Siegen beschlossen. Der Landesvorsitzende Norbert Röttgen und der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann stellten das Papier anschließend der Presse vor.
Klar ist: Die CDU Nordrhein-Westfalen tritt weiter für ein vielfältiges Schulsystem ein, das der Einzigartigkeit der Schüler gerecht wird. Alle bestehenden Schulformen sollen erhalten bleiben. „Damit werden wir jedem Kind in Nordrhein-Westfalen gerecht. Wir garantieren, dass jedes Kind wohnortnah jeden Schulabschluss machen kann“, sagte Röttgen nach der Sitzung des Landesvorstands. Dafür sei aber nicht mehr zwingend eine Hauptschule notwendig, so Röttgen: „Wir müssen den Elternwillen akzeptieren. Der sagt ausdrücklich aus, dass Gymnasien und Realschulen gewünscht sind. Das gilt so für die Hauptschulen nicht“. Karl-Josef Laumann ergänzte: „In großen Regionen unseres Landes hat die Hauptschule keine Akzeptanz mehr“. Gleichzeitig akzeptiert die CDU Nordrhein-Westfalen Gesamtschulen als ein wichtiges Element des gegliederten Schulsystems.
Röttgen betonte, die CDU sehe ihr Konzept als Angebot an andere Parteien: „Unsere Hand ist ausgestreckt. Wir brauchen nach 35 Jahren Schulkampf endlich Schulfrieden in Nordrhein-Westfalen.“ Der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann pflichtete Röttgen bei: „Wenn sich die andere Seite genauso bewegt wie wir, gibt es eine reelle Chance für einen Schulfrieden.“
Einige wichtige Punkte des Leitantrags in Kürze:
- Jedes Kind hat Anspruch auf eine wohnortnahe, weiterführende Schule. Nicht die Schule oder die Schulform, sondern das Kind steht im Mittelpunkt.
- Verbundschulen – bestehend aus jeweils einem Haupt- und Realschulangebot – sollen künftig bereits zweizügig (statt bisher dreizügig) möglich sein, das trägt insbesondere der demografischen Entwicklung sowie den Bedürfnissen des ländlichen Raums Rechnung.
- Gymnasien und Realschulen sollen auch bei zurückgehender Schülerzahl in einer für jede Schülerin und jeden Schüler zumutbaren Entfernung erhalten werden.
- Vor dem ersten Grundschuljahr soll es ein verpflichtendes, beitragsfreies Lernjahr geben. Frühes Lernen hat nachweisbare Erfolge, insbesondere um Erziehungs-, Lern- und Sprachdefizite auszugleichen.
- Das Ganztagsangebot soll bedarfsgerecht ausgebaut werden. Eltern und Schüler sollen eine Wahlfreiheit haben, ob sie eine Halbtags- oder eine Ganztagsschule wünschen.
Der Leitantrag ist nun an die antragsberechtigten Gliederungen der Partei verschickt worden, nach breiter Diskussion vor Ort wird der 33. Landesparteitag am 12. März 2011 in Siegen das schulpolitische Konzept beschließen.
Den Leitantrag finden Sie unter:
http://www.cdu-nrw.de/images/stories/docs/lpt/A1-Leitantrag-Jedem-Kind-gerecht-werden.pdf