Geschäftsführer der HE zeigten Möglichkeiten und Risiken der Energiepolitik in unserer Region auf

Veranstaltung der CDU – Bruchhausen mit lebhafter Diskussion war voller Erfolg
Zur Informationsveranstaltung der CDU – Bruchhausen mit den beiden Geschäftsführen der HE (Hochsauerland Energie GmbH), Christoph Rosenau (kaufmännischer Geschäftsführer) und Siegfried Müller (technischer Geschäftsführer) konnte der Ortsverbandsvorsitzende Karl-Josef Wiegelmann zahlreiche Besucher aus Bruchhausen und den Nachbarorten, die teilweise den verschiedenen Fraktionen im Olsberger Rat angehörten, begrüßen.
Diese Veranstaltung war ein weiterer Teil der CDU-Veranstaltungsreihe zu grundlegenden Fragen der ökonomischen und ökologischen Zukunft des heimischen Raumes.Die Referenten erwiesen sich als sehr geeignete Besetzung. Zunächst begann Christoph Rosenau mit seiner Vorstellung der HE, die derzeit noch ein reiner Strom- und Gashändler ist. Er schilderte die positive Entwicklung der Kundenzahlen der HE. Binnen einen Jahres konnten 5.100 Strom- und 760 Gaskunden gewonnen werden. Thema waren aber auch die Probleme, die sich aus den Verhandlungen mit dem Großanbieter in unserer Region, der RWE ergeben. Insbesondere bei der Netzübernahme sind die Gegensätze der Interessen derzeit unüberwindbar. Der Stromkonzessionsvertrag mit der RWE wurde bis 2021 verlängert, wobei den Kommunen ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt wurde.
Er erläuterte auch die Bildung des Strompreises. Neben den Kosten für die Beschaffung des Stromes an der Börse in Leipzig hätten auch die in diesem Jahr wieder leicht gestiegenen Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben wie etwa die wachsenden Belastungen aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) Einfluss auf die Strompreise für Haushaltskunden. Bei der EEG-Umlage sei eine genaue Prognose derzeit noch nicht möglich, es sei aber absehbar, dass die EEG-Kosten auch in den nächsten Jahren steigen werden. "Dadurch, dass die EEG- Umlagemittel für Maßnahmen im Bereich der Erneuerbaren Energien zu verwenden sind, haben wir", so Rosenau "schon jetzt eine Art grünen Strom". Eine Vorhersage des Strompreises auf mittlere Sicht ist jedenfalls nicht möglich.
Siegfried Müller stellte dann die Zusammenhänge der Stromgewinnung und deren Auswirkungen auf die Umwelt dar. Er schilderte die Zusammenstellung der gesamten Stromgewinnung in Deutschland mit den Anteilen der einzelnen Kraftwerkstypen. Die 2005 gebildeten CO2 Zertifikate wurden damals den 4 großen Versorgern kostenlos zugeteilt und spülten einen ungeheuren Gewinn in die Kassen von RWE, Vattenfall, EnBW und E.ON.
Auf Fragen nach "grünem Strom" teilte Müller mit, dass die Stadtwerke Lippstadt derzeit auch einen Umwelt-Tarif anbietet, den allerdings von über 38000 Kunden nur 41 in Anspruch nehmen. Die HE beteiligt sich demnächst auch investiv an "grüner Stromerzeugung".
Die im neuen Energiekonzept der Bundesregierung festgesetzten Atomausstiegsfristen und die Pläne zur erneuerbaren Energie hielt er für realistisch. Das Hauptproblem stellt auch nach seiner Aussage die Energiespeicherung dar. Die einzige Möglichkeit hierfür sind Pumpspeicherkraftwerke, für die es aber in Deutschland nur eine sehr begrenzte Anzahl von möglichen Standorten gibt.
Die mehrfach gestellte Frage nach der Endlagerung konnte natürlich auch Müller nicht beantworten, aber immerhin gehen die Erkundungen in Gorleben jetzt weiter. Der Vorsitzende Wiegelmann merkte an, dass durch das zehnjährige Moratorium der rotgrünen Bundesregierung weder Rechtssicherheit für Gorleben geschaffen wurde, noch die Untersuchung alternativer Standorte, die durch Rotgrün immer wieder gefordert wurde, möglich war.
In der weiteren Diskussion wurden noch zahlreiche Themen angeschnitten, die zeigten, wie interessant, aber auch wie brisant dieser Themenkomplex für die Zuhörer war.
Die CDU-Bruchhausen wird 2011 mit der Behandlung politisch interessanter aktueller Themen mit parteiungebundenen Fachlauten fortfahren.