In Olsberg nur noch Gemeinschaftsschule möglich?

BM Wolfgang Fischer 

Der Bürgermeister der Stadt Olsberg Wolfgang Fischer hatte zu einer allgemeinen Informationsveranstaltung „ Gemeinschaftsschule oder Verbundschule“  in das Haus des Gastes eingeladen. Referent war Herr Hubertus Schober vom Institut „Bildung und Region“ aus Bad Godesberg. Eine gut besuchte Veranstaltung von Eltern, Lehrern und Ratsvertretern, die sehr informativ und interssant war.

 

Herr Schober stellte statistisch die Ist-Situation da. In einer Elternbefragung wurde bei den Eltern die Schulorientierung zwischen Wunsch und Wirklichkeit abgefragt. Hierbei war klar zu erkennen, dass der Wunsch in Richtung Realschule und Gymnasium geht, obwohl ca.  20% der Schüler in die Hauptschule gehen. Mit ausschlaggebend für die Schulentscheidung ist auch da Angebot vor Ort. In Olsberg gehen 50% aller Schüler in die Realschule. Dort wo keine Realschule vor Ort ist, sieht die Statistik entsprechend der Schulen vor Ort aus.

Tatsache ist, dass in den nächsten Jahren nur noch durchschnittlich 120 Kinder pro Jahrgang in die Sekundarstufe wechseln. In 1o Jahren hat die Sekundarstufe 1/3 weniger Schüler. In Olsberg bedeutet diese Zahl, zieht man von den 120 Schülern 30 bis 40 Gymnasiasten ab, verbleiben für die Real- und Hauptschule noch 80 Kinder. Teilweise pendeln Olsberger Schüler/innen zur Marienschule Brilon und Ganztagshauptschule Siedlinghausen. Die Hauptschule ist rein rechnerisch mangels Kinder existenzgefährdet.

Die Schülerzahlen werden in der Realschule durch die Realschulzweige in Winterberg und Brilon sinken. Ein Rückgang auf eine  Zweizügigkeit kann Qualitätsverlust bedeuten.

Herr Schober hob hervor, dass Eltern heute langfristige Perspektiven auf höhere Bildung für ihre Kinder suchen, d. h. Schulen wählen, wo alle Abschlüsse möglich sind.  

 

Bei der Vorstellung der Verbundschule, (Verbund Haupt- und Realschule, beide Schulformen bleiben bestehen, siehe frühere Berichte) stellte er fest, dass nur wenige Verbundschulen tatsächlich zusammengewachsen sind. Meistens handelt es sich nur um angegliederte Zweige.

 

Die Gemeinschaftsschule nach § 25 ist ein Modellversuch der neuen Landesregierung. Wie in vorherigen Berichten beschrieben, findet in den Klassen 5. und 6. gemeinsamer Unterricht aller Schulformen statt. Ab Klasse 7. entscheiden Eltern, Lehrer und Schüler ob in integrierter oder kooperativer Form der Unterricht weiter geführt wird. Deutschland und Österreich sind die einzigen Länder in Europa, die bereits nach der vierten Klasse differenzieren. In allen anderen Ländern bleiben die Kinder mindestens 6 Jahre zusammen. 

Schon jetzt nach nur 4 Monaten sind nach vielen Kritiken mehrere Korrekturen bei dem Modellversuch durchgeführt worden, was positiv zu bewerten ist.  Dieses Modell ist nicht neu, sondern wird in Schleswig Holstein seit einigen Jahren praktiziert.

Die neue Schulform sieht vor, dass bis zu 1/3 aller Lehrer/innen Gymnasiallehrer sein müssen. Der Vorteil ist sicherlich die kleinen Klassen von 23 bis 25 Schülern, damit in einer heterogenen Klasse die Starken und Schwachen gefördert werden können.  Der Ganztag findet an 3 Tagen in der Woche statt. Mindestens 69 Kinder pro Jahrgang sind erforderlich.

 

Nach diesem Vortrag müssen wir in Olsberg feststellen, dass aufgrund der Entscheidungen der Nachbarstädte und der wegbrechenden Schülerzahlen, nur noch eine Gemeinschaftsschule in Olsberg möglich ist. Eine gemeinsame Option der Nachbarstädte wäre ggf. eine starke Ganztagshauptschule in Siedlinghausen und ein mehrzügiger Realschulstandort in Olsberg gewesen.

 

Nach den Sommerferien wird eine Elternbefragung durchgeführt und anschließend im Rat die Schulform beschlossen.

 

 

 

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