Politik verständlich erklärt !

Top 5 der letzten Ratssitzung: Beteiligungsbericht der Stadt Olsberg

Die gesprochene Version, Text Frank Kleine-Nathland, Sprecher Sabine Menke:

https://www.cdu-olsberg.de/assets/Aufnahme-12-1.wav

Was verbirgt sich dahinter ?

Wie sich aus dem Wort schon ergibt, beteiligt sich die Stadt Olsberg und damit Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger an einigen Unternehmen und Verbänden.

Meistens handelt es sich um GmbH – also Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Diese haben eben für diese Haftung ein bestimmtes Stammkapital – mindestens 25.000,00 Euro.

Aus den jeweiligen Anteilen ergibt sich das Stimmrecht der Gesellschafter. Die Beteiligungen gestalten sich wie folgt:

  • Touristik und Stadtmarketing Olsberg GmbH                                              100,00 %
  • Hochsauerlandwasser GmbH                                                                         30,00 %
  • Freizeitpark-Hochsauerland GmbH Gevelinghausen-Wasserfall        25,00 %
  • Holz-Energie-Zentrum GmbH Olsberg                                                           10,56 %
  • Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH                                                                0,15 %
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH               1,88 %

Das macht immerhin eine Summe am Stammkapital für die Beteiligungen der Stadt Olsberg von rund 836.000,00 Euro aus.

Weitere Beteiligungen bestehen an den Verbänden:

  • Abwasserwerk der Stadt Olsberg
  • Südwestfalen-IT
  • Volkshochschule Brilon-Marsberg-Olsberg
  • Wasserverband Hochsauerland
  • Sparkassenzweckverband des Hochsauerlandkreises, der Städte Brilon, Hallenberg,

Medebach, Olsberg, Winterberg und der Gemeinde Bestwig

Warum gibt es diese Beteiligungen ?

Diese Unternehmen übernehmen in der Regel wichtige Aufgaben für mehrere Städte und Gemeinden gemeinsam, für die die einzelnen Kommunen allein zu klein wären, d.h., dass der personelle und finanzielle Aufwand für die Erledigung dieser Aufgaben für eine Kommune allein unverhältnismäßig hoch wäre.

Welche Aufgaben werden dort erledigt ?

Wir nehmen als Beispiel die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH (WFG).

Die WFG verfügt über ein Stammkapital von 1.225.800 €. Gesellschafter sind alle zwölf Städte und Gemeinden im Hochsauerlandkreis und die Vermögensverwaltungsgesellschaft des Hochsauerlandkreises. Die Stadt Olsberg ist mit einem Anteil von 1,88 Prozent (= 23.050 €) eine der kleineren Gesellschafterinnen der WFG.

Die WFG betätigt sich schwerpunktmäßig in den drei Handlungsfeldern

  1. Gewerbeflächenvermarktung
  2. Fachkräftesicherung und
  3. Unternehmerservice.

Im Bereich Gewerbeflächen entwickelt, erschließt und vermarktet die WFG im Auftrag und in enger Abstimmung mit der jeweiligen Kommune neue Gewerbegebiete. Die WFG erwirbt die benötigten Grundstücke, sorgt für die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur und verkauft zum guten Schluss die bebaubaren Gewerbegrundstücke. Bei der Zuteilung der Grundstücke und somit bei der Auswahl des sich ansiedelnden Gewerbes hat die jeweilige Kommune natürlich das letzte Wort. In der Regel wird für jedes neue Gewerbegebiet ein Lenkungskreis aus Vertretern der Stadt oder Gemeinde und der WFG gebildet, der alle wichtigen Entscheidungen im Hinblick auf die Gewerbeflächen trifft.

Bekannte Projekte der WFG sind z.B. das Gewerbegebiet Enste in Meschede direkt an der Autobahn, das Projekt H1 am Hennesee, das Gewerbegebiet Westheim, in dem zunächst umfangreiche archäologische Grabungen durchgeführt werden mussten, oder auch die Wohnbauprojekte Westfeld und Wiebusch im Bestwig.

Im Handlungsfeld Fachkräftesicherung fungiert die WFG u.a. als Projektträgerin des mit EU- und Landesmitteln geförderten Projekts Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland. Das Kompetenzzentrum kümmert sich z.B. um eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie (sowohl Kinderbetreuung als auch Pflege), um die Heranführung von Mädchen an technische Berufe und um die Förderung von weiblichen Nachwuchsführungskräften. Stichworte sind hier das Zertifikat „Familien-Freundliches-Unternehmen im Hochsauerlandkreis“, das Projekt „Mintorinnen“ oder die Projekte „Frauen in Führung“ und „StudiX-Tour“.

Außerdem können sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte bei der WFG Unterstützungen für berufliche Weiterbildungen in Form des Bildungsschecks oder der Bildungsprämie beantragen. Weiterhin ist die WFG Anlaufstelle für die „Beratung zur beruflichen Entwicklung“ und hilft bei der Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse.

Ein weiteres sehr großes Fachkräfte-Projekt ist das Projekt „Heimvorteil“. „Heimvorteil“ versucht (recht erfolgreich) „Exil-Sauerländer“, die die schöne Heimat wegen Studium oder Beruf verlassen haben, zurück ins Sauerland zu lotsen, sowohl durch vielfältige Social-Media-Aktivitäten als auch durch Veranstaltungen und aufwändige Marketingkampagnen.

Im dritten Handlungsfeld der WFG Unternehmerservice geht es in erster Linie um Fördermittelberatung. Die WFG fungiert hier schwerpunktmäßig als Lotse und bringt interessierte Unternehmen mit den entsprechenden Experten zusammen, je nach Förderbedarf. Partner der WFG sind hier z.B. die Kammern, die NRW.BANK und die KfW, die EffizienzAgentur NRW oder die Technologie- und Digital-Scouts.

Einen Einblick in die umfangreichen Angebote und Aktivitäten der WFG finden Sie im Internet unter https://wirtschaftsfoerderung-hsk.de/

Wir hoffen, wir konnten Ihnen so einen kleinen Einblick zu dieser Vorlage geben. Das komplette Zahlenwerk (84 Seiten) finden Sie auf der Seite der Stadt Olsberg unter dem Punkt Ratsinformationssystem, Kalender (Sitzung vom 04.02.2021)

Sabine Menke                                               Frank Kleine-Nathland

CDU-Fraktionsvorsitzende                            Pressesprecher der CDU-Fraktion