Statement der CDU-Fraktion zum Sachstand pädagogisches Raumkonzept für die Grundschule Bigge

von Knut Finkel

Die CDU-Fraktion nimmt den Sachstandsbericht 1. Erg. 021/2021 zum pädagogischen Raumkonzept und zur Raumsituation der OGS St. Martinus Bigge zur Kenntnis und bewertet die vom BM und der Verwaltung erarbeiteten Lösungen positiv.


In diesem Zusammenhang nehmen wir als CDU-Fraktion zu den medialen Aktivitäten von BiggeAktiv Stellung, da wir als Ratsmitglieder in den Veröffentlichungen direkt angesprochen werden.


Wer übrigens den gesamten Verlauf des Prozesses, die Sachverhalte, Argumente und Interessen, die Stellungnahmen der Beteiligten und Vorlagen der Verwaltung nachlesen möchte, dem sei die
Hompage von Bigge-Online empfohlen, auf der alles umfassend, sachlich und geordnet dargestellt ist.


Zu Aussage 1 von Bigge Aktiv: Auch Kinder brauchen Platz, Grundschule verliert mit dem Verkauf ihre Entwicklungsmöglichkeiten:


Die von Bigge Aktiv behaupteten rund 1000qm Grundstücksfläche, die an die E-Klinik verkauft werden sollen, stimmen nicht und haben zu keinem Zeitpunkt des Verfahrens gestimmt. In der ersten Verwaltungsvorlage aus Dezember 2019 ging es um 950qm. Die Verhandlungen des BM mit der Geschäftsführung der Elisabeth-Klinik hat, Stand heute, zu einem Flächenbedarf der EKlinik von 540qm Grundstück geführt. So kann die Fläche für den Schulhof erweitert werden.


Das Anliegen von Bigge AKtiv, ein gesundes Miteinander von Klinik und Schule, ist doch genau der Weg, den wir gehen. Laut Bigge Aktiv soll der Notwendigkeit des Klinikausbaus diese Möglichkeit gleichberechtigt auch der Grundschule St. Martinus eingeräumt werden. Über nichts Anderes haben wir im Jahr 2020 diskutiert und als Rat dem BM und der Verwaltung die entsprechenden Arbeitsaufträge gegeben.


Zu Aussage 2 von Bigge Aktiv: Der Erwerb des Grundstücks Aßhauer erhält die räumliche Entwicklungsfähigkeit der Schule.


Diesen Ansatz haben wir mehrheitlich nicht weiterverfolgt, weil sich die Schule auch dagegen ausgesprochen hat. Durch die Möglichkeit der Anmietung im Klinikanbau stellt sich zur Zeit auch kein weiterer Bedarf dar, der auf dem Grundstück Aßhauer umgesetzt werden müsste.
Wir gehen davon aus, dass das Berechnungsmodell vom Büro Schulhorizonte valide ist. Außerdem bleibt das Grundstück Aßhauer ja bestehen, hier wird kein Gebäude errichtet !


Zu Aussage 3 von Bigge Aktiv: Wer Kindern Raum nimmt, der muss auch Raum geben.

Die Behauptung von Bigge Aktiv, der ersatzlose Verkauf des Grundstücks bedeute, dass die Schule künftig nicht mehr ausbaufähig ist, entspricht nicht den Tatsachen. Die Entwicklungsmöglichkeit zu einer modernen Grundschule nach neuesten pädagogischen Konzepten ist durch die künftige Anmietung von 260 qm im Anbau des Klinikgebäudes gesichert.
Ein Mehrbedarf wegen einer eventuellen Dreizügigkeit kann anhand der aktuell vorliegenden Zahlen nicht erkannt werden. Hierauf hat Bürgermeister Fischer in der Sitzung des Fachausschusses BSF am 08.03.2021 nochmal ausdrücklich verwiesen – mit Blick auf den
Schulentwicklungsplan, der insbesondere im Grundschulbereich recht genau künftige Bedarfe erkennen lässt.


Wir Ratsmitglieder gründen keine Entscheidung auf spekulative Annahmen.

Übrigens vieles wurde schon auf den Weg gebracht:
Wir haben ein neues pädagogisches Konzept, wir sind in Gesprächen mit einem Architekturbüro zur räumlichen Umsetzung. Der bisher in der Bildungswerkstatt genutzte Raum wird um ein vielfach größeres Raumangebot ersetzt, welches wir nach unseren Maßstäben gestalten können.


Gemeinsam mit allen Akteuren haben wir eine gute Lösung für die Übergangsphase gefunden:


In der Bildungswerkstatt haben wir bisher für die Betreuung nur 60 qm genutzt. Mit den Räumlichkeiten in der ehemaligen Kita Sonnenschein bekommen wir aber deutlich mehr Fläche zur Verfügung.
Vorgesehen ist, die Betreuung nach den Sommerferien in den ehemaligen Räumen der Kita Sonnenschein unterzubringen. Damit stehen dann mehr als 120 qm Fläche zur Verfügung, die ohne große Baumaßnahme nutzbar sind. Es gibt Gruppenräume, Büroräume, Waschräume und
WC-Anlagen.


Eine längerfristige Vermietung wurde in Aussicht gestellt, so dass auch während der Umbauphase in der Grundschule diese Räumlichkeiten genutzt werden könnten.


Ein Kernanliegen von Bigge Aktiv, die langfristige Sicherung der sozialen Infrastruktur für unsere Kinder, attraktive Bildung und Betreuung, kurze Beine – kurze Wege, all das wird mit diesen Beschlüssen konkret umgesetzt.
All das muss nicht klein geredet werden !


Wir als Stadt Olsberg, das sind der Rat und die Verwaltung, der Bürgermeister, die Schulfamilie, das OGS Team und der Betreuungsverein planen hier den großen Wurf. Am Ende des Tages, wenn alle Planungen umgesetzt sein werden, wird der Grundschulstandort Bigge weit vorne
liegen, davon sind wir, die CDU-Fraktion, fest überzeugt.


Zu Aussage 4 von Bigge Aktiv: Bigge AKtiv erhofft sich bei uns Ratsmitgliedern offene Augen, offene Ohren, offene Herzen. Und Courage.

Wir als CDU-Fraktion können Bigge Aktiv versichern: Die Wahrung der Perspektiven für Ihre Kinder war und ist uns immer ein wichtiges Anliegen !

An dieser Stelle gilt es auch, Dank an Bigge Aktiv auszusprechen. Dank deshalb, weil Bigge Aktiv mit bürgerschaftlichem Engagement, mit großem Aufwand und Expertise, mit vielen Argumenten die Diskussion belebt hat. Genau solche Beteiligungen, gehen sie hier und da vielleicht auch mal
über die sachliche Ebene hinaus, stärken unser Gemeinwesen.


Das alles hat doch gezeigt, dass wir hier in Olsberg in einer funktionierenden, lebendigen demokratischen Gemeinschaft leben. Am Prozess Klinikerweiterung – Schulstandort sichern – kann man das fast lehrbuchhaft nachvollziehen. Nachdem in der letzten Ratssitzung im Dezember des Jahres 2019 die Verkaufsvorlage für die Bildungswerkstatt unter der Adventskerze lag, hat sich zügig aus dem Stadtrat in die
Öffentlichkeit hinein eine lebhafte Diskussion entwickelt. Unter anderem mit einer


-Bürgerversammlung im Ratssaal,
-einer Demonstration mit vielen Kindern vor dem Rathaus,
-mit der Gründung von Bigge AKtiv,
-mit reger Teilnahme von Bürgern an Ausschuss- und Ratssitzungen.


Alle Argumente kamen auf den Tisch, wurden gehört und eingeordnet. Es wurden kontroverse Diskussionen in allen Fraktionen geführt.
Das, meine Damen und Herren, ist Demokratie: aus fairer, sachlicher Kontroverse wird eine gute Lösung erarbeitet. Diese Lösung umzusetzen ist jetzt unsere Aufgabe.


Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Olsberg geht gerne weiter voran; gemeinsam mit allen Akteuren auf diesem Weg.